Die Premium-Webcam für Content Creator — Full HD 1080p60 mit Sony STARVIS Sensor, HDR und Pan/Tilt/Zoom
Die Elgato Facecam MK.2 ist der Nachfolger der beliebten Facecam und positioniert sich als Premium-Webcam für Streamer, YouTuber und Content Creator. Mit einem komplett überarbeiteten Sony STARVIS 2 Sensor, echtem HDR, digitaler Pan/Tilt/Zoom-Funktion und 1080p bei 60 fps will Elgato die Messlatte im Webcam-Segment neu setzen. Wir haben die Facecam MK.2 über drei Wochen intensiv getestet — in Streams, Videokonferenzen und verschiedenen Lichtsituationen. Das Ergebnis vorweg: Diese Webcam verdient sich den Titel Testsieger.
Schon beim Auspacken fällt der Qualitätsunterschied zu günstigeren Webcams auf. Die Elgato Facecam MK.2 besteht aus einem massiven Aluminiumgehäuse mit einer matten, schwarzen Oberfläche, die sich hochwertig anfühlt und Fingerabdrücke kaum sichtbar macht. Mit Abmessungen von etwa 83 x 50 x 48 mm ist sie kompakt genug, um auf jedem Monitor unauffällig zu sitzen, wirkt aber gleichzeitig solide und keineswegs billig.
Die Monitorhalterung wurde gegenüber dem Vorgänger deutlich verbessert. Sie sitzt jetzt fester, wackelt nicht beim Tippen und lässt sich stufenlos neigen. Ein Standard-1/4-Zoll-Gewinde an der Unterseite ermöglicht die Montage auf Stativen oder Kameaarmen — für Creator, die eine flexible Positionierung brauchen, ein wichtiges Detail. Die Halterung greift sicher über den Monitor, ohne den Bildschirm zu verkratzen, dank einer gummierten Innenseite.
Der Anschluss erfolgt über USB-C, das beiliegende Kabel ist 1,5 Meter lang und hochwertig ummantelt. Elgato legt sowohl ein USB-C-auf-USB-C- als auch ein USB-C-auf-USB-A-Kabel bei — vorbildlich, das hat kaum ein anderer Hersteller im Programm. Ein Privacy-Cover ist ebenfalls im Lieferumfang enthalten und rastet magnetisch ein. Das Cover schließt sauber ab und hält bombenfest — kein Vergleich zu den wackeligen Plastikschieblösungen der Konkurrenz.
Auffällig ist, was bei der Facecam MK.2 bewusst fehlt: ein eingebautes Mikrofon. Elgato geht davon aus, dass Content Creator ohnehin ein externes Mikrofon wie das Wave:3 oder ein anderes USB-Mikrofon nutzen. Diese Entscheidung macht die Kamera nicht für jeden geeignet, ist für die Zielgruppe aber absolut nachvollziehbar — und spart Platz für bessere Optik-Komponenten.
Das Herzstück der Facecam MK.2 ist der Sony STARVIS 2 Sensor — dieselbe Sensortechnologie, die auch in hochwertigen Überwachungskameras und Action-Cams zum Einsatz kommt. Der Sensor liefert Full HD 1080p bei flüssigen 60 fps und zeichnet sich besonders durch seine herausragende Lichtempfindlichkeit aus. Im direkten Vergleich mit der Logitech Brio 500 zeigt sich der Unterschied deutlich: Die Facecam MK.2 fängt sichtbar mehr Details in den Schatten ein, während die Lichter nicht ausbrennen.
Die Farbwiedergabe ist natürlich und ausgewogen. Hauttöne wirken realistisch, ohne den gelblichen oder rötlichen Stich, den man von vielen Webcams kennt. Elgato hat hier offensichtlich viel Arbeit in die Farbkalibrierung gesteckt. Wer möchte, kann die Farben über den Camera Hub (dazu später mehr) nach eigenem Geschmack anpassen — Sättigung, Kontrast, Weißabgleich und sogar individuelle Farbkurven stehen zur Verfügung.
Die Facecam MK.2 unterstützt echtes HDR — nicht das aufgeblasene Pseudo-HDR mancher Konkurrenten, sondern eine tatsächliche Erweiterung des Dynamikumfangs. In der Praxis bedeutet das: Wenn hinter dir ein Fenster mit Tageslicht liegt und gleichzeitig dein Gesicht von einem Bildschirm beleuchtet wird, zeichnet die Kamera beides korrekt ab. Kein ausgebrannter Hintergrund, kein unterbelichtetes Gesicht.
Im Test mit typischen Streaming-Setups — Ringlicht von vorne, Monitor seitlich, teilweise Tageslicht vom Fenster — lieferte das HDR durchgehend überzeugende Ergebnisse. Besonders bei Szenen mit gemischten Lichtquellen (warmweißes Kunstlicht plus kaltweißes Tageslicht) zeigt die Facecam MK.2 ihre Stärke: Die Übergänge zwischen Licht und Schatten werden sanft gerendert, ohne harte Kanten oder Farbverschiebungen.
Das Low-Light-Verhalten ist das beeindruckendste Upgrade gegenüber dem Vorgänger. Der STARVIS 2 Sensor sammelt deutlich mehr Licht als herkömmliche Webcam-Sensoren, was sich in abgedunkelten Räumen sofort bemerkbar macht. Bei nur einer kleinen Schreibtischlampe als einziger Lichtquelle liefert die Facecam MK.2 ein brauchbares, rauscharmes Bild. Die meisten Konkurrenten zeigen unter denselben Bedingungen deutliches Bildrauschen oder verlieren stark an Detailschärfe.
Natürlich ersetzt die beste Kamera kein vernünftiges Beleuchtungssetup. Aber für spontane Late-Night-Streams oder Meetings ohne Zusatzbeleuchtung ist die Facecam MK.2 besser gerüstet als jede andere Webcam in unserem Test. Das Bildrauschen bleibt selbst bei ISO-Werten, bei denen andere Kameras längst aufgeben, erstaunlich gering.
Der Autofokus der Facecam MK.2 arbeitet schnell und zuverlässig. Elgato setzt auf einen kontrastbasierten Autofokus, der das Gesicht erkennt und scharf stellt. Der Fokus-Lock sitzt nach etwa 0,3 Sekunden — schneller als beim Vorgänger und auf Augenhöhe mit der Logitech Brio 500. Nachfokussieren bei Bewegungen geschieht dezent und ohne störendes Pumpen, was für ein professionelles Erscheinungsbild im Stream entscheidend ist.
Wer den Autofokus nicht mag, kann einen manuellen Fokus über den Camera Hub festlegen. Das ist besonders sinnvoll, wenn man immer am selben Platz sitzt und Fokus-Schwankungen komplett ausschließen möchte. Die Fokuseinstellung wird direkt in der Kamera gespeichert, sodass sie auch beim Wechsel zwischen Computern erhalten bleibt.
Die digitale Pan/Tilt/Zoom-Funktion ist ein Feature, das die Facecam MK.2 von fast allen Konkurrenten unterscheidet. Damit lässt sich der Bildausschnitt digital verschieben und vergrößern — ohne die Kamera physisch zu bewegen. Bis zu 4-facher Digitalzoom ist möglich, wobei die Bildqualität dank der hohen Sensorauflösung bis etwa 2-fach Zoom noch sehr gut bleibt. Für Creator, die während eines Streams verschiedene Einstellungen nutzen wollen (Nahaufnahme beim Reden, weiter Ausschnitt beim Unboxing), ist das ein praktisches Werkzeug.
Pan/Tilt/Zoom lässt sich über den Camera Hub steuern, aber auch direkt per Elgato Stream Deck abrufen. Man kann verschiedene Kamera-Presets anlegen und per Knopfdruck zwischen ihnen wechseln — das simuliert quasi den Einsatz mehrerer Kameras mit nur einer einzigen Webcam. In der Praxis funktioniert der Wechsel nahezu verzögerungsfrei und fühlt sich professionell an.
Der Elgato Camera Hub ist die Steuerzentrale für alle Einstellungen der Facecam MK.2 und hebt sich deutlich von den oft rudimentären Software-Lösungen anderer Webcam-Hersteller ab. Die Oberfläche ist aufgeräumt, modern und intuitiv — typisch Elgato. Alle Einstellungen werden übersichtlich in Kategorien gegliedert: Bild, Zoom, Fokus und Erweitert.
Die Bildeinstellungen umfassen Belichtung (automatisch oder manuell), Weißabgleich (automatisch, manuell oder per Presets wie Tageslicht, Kunstlicht, Leuchtstoff), Sättigung, Kontrast, Schärfe und HDR. Alle Regler reagieren in Echtzeit — man sieht sofort, wie sich die Änderung auf das Bild auswirkt. Das macht das Feintuning zum Vergnügen statt zur Qual.
Besonders hervorzuheben ist die Profilspeicherung direkt auf der Kamera. Die Facecam MK.2 hat einen internen Speicher, in dem alle Einstellungen abgelegt werden. Schließt man die Kamera an einen anderen PC an, sind alle individuellen Anpassungen sofort verfügbar — ohne den Camera Hub erneut installieren oder konfigurieren zu müssen. Für Creator, die zwischen Desktop und Laptop wechseln oder auf Events mit fremder Hardware arbeiten, ist das ein unschätzbarer Vorteil.
Die Software bietet außerdem eine Firmware-Update-Funktion, über die Elgato regelmäßig Verbesserungen und neue Features nachliefert. Seit dem Launch hat es bereits drei Updates gegeben, die unter anderem die Autofokus-Geschwindigkeit und die HDR-Verarbeitung verbessert haben. Elgato zeigt hier, dass die Facecam MK.2 als langfristige Investition gedacht ist und nicht nach dem Kauf im Stich gelassen wird.
Die Integration ins Elgato-Ökosystem (Stream Deck, Key Light, Wave Link) rundet das Gesamtpaket ab. Wer bereits Elgato-Produkte besitzt, profitiert von einer durchgehend einheitlichen Bedienung und nahtloser Zusammenarbeit zwischen den Geräten. Lichtszenen, Kameraprofile und Audio-Settings lassen sich so zu kompletten Szenen-Setups bündeln.
| Sensor | Sony STARVIS 2 CMOS |
|---|---|
| Auflösung | 1920 x 1080 (Full HD) |
| Bildrate | 60 fps (1080p), 30 fps (1080p) |
| HDR | Ja (echtes HDR) |
| Sichtfeld | 84° (diagonal) |
| Autofokus | Kontrastbasiert, Gesichtserkennung |
| Digitalzoom | Bis zu 4x (Pan/Tilt/Zoom) |
| Anschluss | USB-C (USB 3.0) |
| Mikrofon | Nein (bewusst ohne) |
| Halterung | Monitorclip + 1/4-Zoll-Gewinde |
| Privacy Cover | Ja (magnetisch) |
| Profilspeicher | Intern (auf der Kamera) |
| Kompatibilität | Windows 10+, macOS 12+ |
| Gewicht | ca. 100 g (ohne Halterung) |
Die Elgato Facecam MK.2 ist mit 9.3/10 unser klarer Testsieger im Webcam-Vergleich 2026. Es gibt schlicht keine andere Webcam in dieser Preisklasse, die eine derart überzeugende Kombination aus Bildqualität, Software und Verarbeitung bietet. Der Sony STARVIS 2 Sensor liefert Bilder, die eher an eine Einsteiger-DSLR erinnern als an eine Webcam, und die Pan/Tilt/Zoom-Funktion in Verbindung mit dem Stream Deck eröffnet kreative Möglichkeiten, die sonst nur mit Multi-Kamera-Setups denkbar wären.
Das fehlende Mikrofon ist für die Zielgruppe kein wirklicher Nachteil — wer ernsthaft streamt oder Content produziert, nutzt ohnehin ein dediziertes externes Mikrofon. Die Beschränkung auf 1080p könnte manche enttäuschen, aber bei 60 fps und der gebotenen Bildqualität ist das in der Praxis kaum ein Kompromiss. Für reine Videokonferenzen wäre die Facecam MK.2 überdimensioniert — dafür reicht auch die Logitech Brio 500 für die Hälfte des Preises.
Wer das Beste für seinen Stream oder YouTube-Kanal will und bereit ist, rund 200 Euro zu investieren, bekommt mit der Elgato Facecam MK.2 eine Webcam, die man so schnell nicht ersetzen muss. Ein verdienter Testsieger.