Elgato Wave Mic Arm LP Low-Profile Mikrofonarm
Preis-Tipp

Elgato Wave Mic Arm LP Test

Low-Profile Design für freie Sicht — magnetisches Kabelmanagement und kompakte Bauweise für aufgeräumte Setups

8.8 / 10 Punkten
Stabilität
8.8
Design
9.2
Kabelmanagement
9.5
Verarbeitung
8.9
Preis-Leistung
8.5
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Inhaltsverzeichnis

  1. Erster Eindruck & Verarbeitung
  2. Das Low-Profile-Design
  3. Magnetisches Kabelmanagement
  4. Montage & Installation
  5. Kompatibilität mit Mikrofonen
  6. Technische Daten
  7. Fazit & Bewertung
  8. Häufige Fragen

Der Elgato Wave Mic Arm LP verfolgt einen grundlegend anderen Ansatz als klassische Mikrofonarme: Statt das Mikrofon von oben heranzuführen, liegt der Arm flach unter dem Monitor und bringt das Mikrofon von unten in Position. Elgato nennt das Low-Profile-Design — und es löst eines der häufigsten Probleme beim Einsatz eines Mikrofonarms am Schreibtisch: den verdeckten Monitor. Wir haben den Wave Mic Arm LP über mehrere Wochen im Alltag getestet und klären in diesem ausführlichen Testbericht, für wen dieses innovative Konzept die richtige Wahl ist und wo die Grenzen liegen.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Schon beim Auspacken fällt auf, dass Elgato großen Wert auf Präsentation legt. Die Verpackung ist minimalistisch und Apple-esk — wer Corsair- und Elgato-Produkte kennt, weiß, dass sich das Unternehmen bei der Unboxing-Erfahrung keine Blöße gibt. Im Karton befinden sich der dreiteilige Arm, eine massive Tischklemme, der magnetische Kabelkanal, ein 3/8-Zoll-auf-5/8-Zoll-Adapter, ein Kugelgelenkadapter und eine mehrsprachige Schnellstartanleitung.

Der Arm selbst besteht aus Aluminium und Stahl und fühlt sich hochwertig an. Die Oberfläche ist in einem matten Schwarz gehalten, das weder Fingerabdrücke noch Staub sichtbar macht. Mit einem Gesamtgewicht von 740 Gramm ist der Wave Mic Arm LP leichter als der Røde PSA1+ (895 g), was sich in der Handhabung bemerkbar macht — der Arm lässt sich geschmeidiger bewegen.

Die Verarbeitungsqualität liegt auf einem hohen Niveau, wenn auch nicht ganz auf dem Niveau des Røde-Konkurrenten. Die Gelenke sind sauber gefertigt und haben minimales Spiel, die Oberfläche ist gleichmäßig beschichtet und die Tischklemme sitzt fest. Was uns besonders positiv aufgefallen ist: Die Spaltmaße sind durchgehend gleichmäßig — hier hat Elgato sichtbar Wert auf Fertigungspräzision gelegt.

Ein Detail, das auf den ersten Blick kaum auffällt, aber im Alltag einen großen Unterschied macht: Die Gelenke des Wave Mic Arm LP sind mit einer gummierten Beschichtung versehen, die beim Verstellen ein angenehmes, gedämpftes Gefühl vermittelt. Es gibt kein metallisches Klicken oder Klappern — die Bewegung fühlt sich kontrolliert und hochwertig an. Allerdings ist der Arm nicht ganz so geräuschlos wie der PSA1+ mit seinem intern gekapselten Federnsystem.

Das Low-Profile-Design im Detail

Das Low-Profile-Design ist das Alleinstellungsmerkmal des Elgato Wave Mic Arm LP und gleichzeitig der Hauptgrund, warum sich viele Streamer und Content-Creator für diesen Arm entscheiden. Das Konzept ist denkbar einfach: Statt das Mikrofon wie bei einem klassischen Scherenarm von oben über den Kopf zu führen, liegt der Arm flach auf dem Tisch und bringt das Mikrofon von unterhalb des Monitors in Position.

In der Praxis bedeutet das: Der Arm ist im Einsatz kaum sichtbar. Er verschwindet quasi hinter der Tastatur und dem Monitor, während das Mikrofon unauffällig vor dem Gesicht positioniert wird. Für Streamer, die Wert auf einen aufgeräumten, professionellen Hintergrund legen, ist das ein enormer Vorteil. Kein massiver Scherenarm, der im Facecam-Bild herumragt, kein sichtbares Gelenk neben dem Kopf — nur das Mikrofon selbst ist zu sehen.

Wir haben das Low-Profile-Design in verschiedenen Setup-Konfigurationen getestet. Am besten funktioniert es mit Einzelmonitor-Setups oder bei Nutzung eines Ultrawides. Der Arm wird seitlich am Tisch befestigt und führt das Mikrofon unter dem Monitor entlang nach vorne. Bei Dual-Monitor-Setups kann es je nach Abstand der Monitore etwas enger werden, aber mit der richtigen Positionierung der Tischklemme ist auch das kein Problem.

Die maximale Höhe des Arms beträgt rund 360 mm — deutlich weniger als beim Røde PSA1+ mit 830 mm vertikaler Reichweite. Das ist konstruktionsbedingt: Der Arm soll ja gerade nicht hoch über den Tisch ragen. Für die typische Sitzposition am Schreibtisch reicht die Höhe problemlos aus, um das Mikrofon auf Mundhöhe zu bringen. Nur wer an einem Stehpult arbeitet oder einen sehr hohen Monitor nutzt, könnte hier an Grenzen stoßen.

Die horizontale Reichweite liegt bei etwa 740 mm — ebenfalls etwas weniger als beim PSA1+, aber für die allermeisten Tischkonfigurationen ausreichend. In unserem Test mit einem 130 cm breiten Schreibtisch und einem 27-Zoll-Monitor konnten wir das Mikrofon problemlos vor den Mund positionieren, selbst wenn die Klemme am hinteren Tischrand montiert war.

Ein Punkt, den man beim Low-Profile-Design beachten sollte: Die Positionierungsflexibilität ist eingeschränkter als bei einem klassischen Scherenarm. Während man beim PSA1+ das Mikrofon aus praktisch jedem Winkel heranführen kann — von oben, von der Seite, von hinten — ist man beim Wave Mic Arm LP im Wesentlichen auf eine Zuführung von unten oder von der Seite beschränkt. Für die meisten Anwendungsfälle ist das kein Problem, aber wer sein Mikrofon von oben herabhängen lassen möchte, braucht einen klassischen Scherenarm.

Magnetisches Kabelmanagement

Das magnetische Kabelmanagement des Elgato Wave Mic Arm LP ist eine der cleversten Lösungen, die wir in dieser Produktkategorie gesehen haben. Statt Kabelbinder, Clips oder interne Kanäle setzt Elgato auf einen magnetischen Kabelkanal, der auf der gesamten Länge des Arms angebracht wird. Das Kabel wird einfach eingelegt und wird durch die Magnete sicher gehalten — ohne Fummelei, ohne Werkzeug, ohne Frustration.

Der magnetische Kabelkanal besteht aus einem langen, flexiblen Kunststoffprofil mit eingebetteten Neodym-Magneten. Er wird auf die flache Oberseite des Arms aufgelegt und haftet sofort. Die Magnete sind stark genug, um das Kabel auch bei Bewegung des Arms sicher zu halten, aber schwach genug, um den Kanal bei Bedarf werkzeuglos abnehmen zu können. Ein durchdachtes System, das im Alltag seine Stärken voll ausspielt.

Im Vergleich zu anderen Kabelmanagement-Lösungen hat der magnetische Ansatz klare Vorteile. Interne Kabelführungen wie beim Røde PSA1+ sehen zwar noch sauberer aus, erfordern aber mehr Aufwand bei der Erstinstallation und machen den Kabelwechsel umständlicher. Kabelbinder und Clips lösen sich mit der Zeit, sehen unordentlich aus und können bei Bewegung des Arms Geräusche verursachen. Der magnetische Kanal von Elgato bietet das beste Verhältnis aus Optik, Funktionalität und Komfort.

Besonders beeindruckt hat uns, wie gut das System bei häufigem Kabelwechsel funktioniert. Wer sein Setup regelmäßig umstellt — etwa weil er zwischen verschiedenen Mikrofonen wechselt oder den Arm transportiert — profitiert enorm von der werkzeuglosen Handhabung. Kanal abnehmen, altes Kabel raus, neues Kabel rein, Kanal wieder aufsetzen — das dauert keine 30 Sekunden.

Ein kleiner Nachteil: Der magnetische Kanal steht minimal von der Armoberfläche ab, was die ansonsten schlanke Silhouette des Arms etwas verdickt. Im Alltag fällt das kaum auf, vor allem weil der Arm ja ohnehin flach unter dem Monitor liegt und kaum sichtbar ist. Aber wer höchste Ansprüche an die Optik hat, sollte wissen, dass eine interne Kabelführung optisch noch sauberer wirkt.

Montage und Installation

Die Montage des Elgato Wave Mic Arm LP unterscheidet sich etwas von klassischen Scherenarm-Montagen, weil der Arm aus drei Segmenten besteht, die miteinander verbunden werden müssen. Die Anleitung ist klar bebildert und gut verständlich, trotzdem sollte man sich für die Erstmontage rund zehn Minuten Zeit nehmen — etwas mehr als beim PSA1+, der aus weniger Teilen besteht.

Die Tischklemme des Wave Mic Arm LP ist massiv und gut verarbeitet. Sie passt an Tischplatten bis 60 mm Stärke — sogar 5 mm mehr als beim Røde PSA1+. Die gummierte Innenseite schützt die Tischoberfläche zuverlässig vor Kratzern. Im Test saß die Klemme an allen getesteten Tischen (IKEA Linnmon, Flexispot E7, massiver Eichenholztisch) stabil und wackelfrei.

Nach der Montage der Klemme werden die drei Armsegmente ineinander gesteckt und verschraubt. Das geht mit den Fingern — Werkzeug ist nicht nötig. Die Verbindungen rasten hörbar ein und sitzen fest. Hier hat Elgato eine clevere Lösung gefunden: Die Verbindungspunkte haben eine gerändelte Oberfläche, die für zusätzlichen Halt sorgt und ein versehentliches Lösen verhindert.

Die Spannungseinstellung erfolgt über versteckte Schrauben an den Gelenken. Im Gegensatz zum PSA1+, wo eine zentrale Schraube die gesamte Federspannung regelt, hat der Elgato-Arm mehrere Einstellpunkte. Das erlaubt eine präzisere Feinjustierung der einzelnen Segmente, erfordert aber auch etwas mehr Zeit bei der Ersteinrichtung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass man nach dem initialen Setup die Spannung nur selten nachjustieren muss — es sei denn, man wechselt das Mikrofon.

Der magnetische Kabelkanal wird als letztes montiert. Kabel durch den Kanal fädeln und den Kanal dann auf den Arm aufsetzen — fertig. Wie bereits beschrieben, ist das in unter einer Minute erledigt und funktioniert dank der Magnete absolut intuitiv. Für Tipps zur optimalen Positionierung des Mikrofons empfehlen wir unseren Ratgeber Mikrofonarm richtig einstellen.

Kompatibilität mit Mikrofonen

Der Elgato Wave Mic Arm LP ist mit allen gängigen Mikrofonen kompatibel, die einen 3/8-Zoll- oder 5/8-Zoll-Gewindeanschluss nutzen. Ein entsprechender Adapter liegt bei. Allerdings gibt es beim Low-Profile-Arm einen wichtigen Unterschied zu klassischen Scherenarm-Modellen: Die maximale Tragfähigkeit liegt bei 1.000 Gramm — das ist 100 Gramm weniger als beim Røde PSA1+.

Für die meisten USB-Mikrofone ist das vollkommen ausreichend. Im Test haben wir den Arm mit folgenden Mikrofonen kombiniert:

Wo der Wave Mic Arm LP an seine Grenzen stößt, sind sehr schwere XLR-Mikrofone mit massiver Schockhalterung. Das Shure SM7B wiegt mit Windschutz und Adapter rund 766 Gramm — das schafft der Elgato-Arm noch, aber die Reserven werden dann knapp. Für solche schweren Setups ist der Røde PSA1+ mit seiner Tragfähigkeit von bis zu 1.100 Gramm die sicherere Wahl.

Der mitgelieferte Kugelgelenkadapter ist ein nettes Extra, das es so bei den meisten Konkurrenten nicht gibt. Er ermöglicht eine zusätzliche Neigung des Mikrofons um bis zu 90 Grad in alle Richtungen. Damit lässt sich die Mikrofonposition noch feiner justieren — besonders nützlich bei Side-Address-Mikrofonen wie dem Wave:3 oder dem Rode NT-USB+, die seitlich besprochen werden. Für ein optimales Streaming-Setup ist diese Flexibilität Gold wert.

Technische Daten

TypLow-Profile Mikrofonarm
DesignFlachliegend (Low-Profile)
Horizontale Reichweite740 mm
Vertikale Reichweite360 mm
Tragfähigkeit200 – 1.000 g
Gewindeanschluss3/8" und 5/8" (Adapter inklusive)
Tischklemmbereichbis 60 mm Tischplattenstärke
Gewicht740 g
KabelmanagementMagnetischer Kabelkanal
BefestigungTischklemme (inklusive)
MaterialAluminium, Stahl, gummierte Kontaktflächen
FarbeMattschwarz
BesonderheitenKugelgelenkadapter inklusive, 3-teiliger Aufbau

Fazit: Elgato Wave Mic Arm LP — der clevere Preis-Tipp

Vorteile

  • Einzigartiges Low-Profile-Design für freie Sicht auf den Monitor
  • Hervorragendes magnetisches Kabelmanagement
  • Hochwertige Aluminium-Stahl-Verarbeitung
  • Kugelgelenkadapter für präzise Mikrofonausrichtung
  • Tischklemme für Platten bis 60 mm
  • Dezentes, professionelles Erscheinungsbild
  • Werkzeuglose Montage und Kabelwechsel

Nachteile

  • Geringere Reichweite als klassische Scherenarm-Modelle
  • Maximale Tragfähigkeit von 1.000 g — schwere XLR-Mikrofone grenzwertig
  • Nicht komplett geräuschlos beim Verstellen
  • Kein Tischflansch im Lieferumfang
  • Montage aus drei Teilen etwas aufwändiger

Der Elgato Wave Mic Arm LP verdient sich mit einer Gesamtwertung von 8.8/10 zu Recht das Label Preis-Tipp. Das innovative Low-Profile-Design löst ein echtes Problem: Wer seinen Monitor nicht hinter einem massiven Mikrofonarm verstecken möchte, findet hier die eleganteste Lösung auf dem Markt. Das magnetische Kabelmanagement ist die cleverste Kabelführung, die wir in dieser Kategorie getestet haben, und die Verarbeitungsqualität ist auf einem hohen Niveau.

Der Wave Mic Arm LP ist die ideale Wahl für Streamer, Content-Creator und Home-Office-Nutzer, die ein aufgeräumtes, professionelles Setup wollen, bei dem das Mikrofon unauffällig vor dem Mund positioniert wird, ohne die Sicht auf den Bildschirm zu versperren. In Kombination mit dem Elgato Wave:3 entsteht ein optisch und funktional perfekt abgestimmtes Duo.

Wer allerdings maximale Flexibilität, größere Reichweite oder einen Arm für schwere XLR-Mikrofone braucht, sollte sich den Røde PSA1+ ansehen. Der bietet mehr Bewegungsfreiheit, ein geräuschloseres Federnsystem und eine höhere Tragfähigkeit — kostet aber auch etwas mehr und verdeckt konstruktionsbedingt mehr vom Bildschirm.

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Häufige Fragen zum Elgato Wave Mic Arm LP

Low-Profile bedeutet, dass der Arm flach auf dem Tisch liegt und das Mikrofon von unten oder von der Seite heranführt, statt von oben über den Kopf. Dadurch verdeckt der Arm den Monitor nicht und ist im Kamerabild kaum sichtbar. Das ist ideal für Streamer und Content-Creator, die ein aufgeräumtes Setup bevorzugen.
Technisch ja — das SM7B wiegt rund 766 Gramm und liegt damit innerhalb der Tragfähigkeit von 1.000 Gramm. Allerdings werden die Reserven dann knapp, besonders mit zusätzlichem Zubehör. Für das SM7B empfehlen wir den Røde PSA1+ mit seiner höheren Tragfähigkeit von 1.100 Gramm.
Der Arm wird mit einem flexiblen Kabelkanal geliefert, der Neodym-Magnete enthält. Der Kanal wird auf den Arm aufgelegt und haftet magnetisch. Das Kabel wird einfach eingelegt und wird durch die Magnete sicher gehalten. Bei Bedarf lässt sich der Kanal werkzeuglos abnehmen — ideal für schnelle Kabelwechsel.
Das hängt von der Höhe ab. Die maximale vertikale Reichweite beträgt 360 mm. In normaler Stehhöhe kann das knapp werden, um das Mikrofon auf Mundhöhe zu bringen. Für Stehpulte empfehlen wir einen klassischen Scherenarm wie den Røde PSA1+, der deutlich mehr vertikale Reichweite bietet.
Das hängt von deinen Prioritäten ab. Der Elgato Wave Mic Arm LP überzeugt mit seinem Low-Profile-Design und dem magnetischen Kabelmanagement — ideal für aufgeräumte Setups, bei denen der Monitor frei bleiben soll. Der Røde PSA1+ bietet dafür mehr Reichweite, ein geräuschloseres Federnsystem und eine höhere Tragfähigkeit. Für maximale Flexibilität der PSA1+, für dezente Optik der Elgato.