Premium-Streaming-Mikrofon mit einzigartiger Clipguard-Technologie gegen Übersteuerung
Das Elgato Wave:3 wurde speziell für Content Creator und Streamer entwickelt. Es ist das Flaggschiff der Wave-Serie von Elgato (einer Corsair-Marke) und richtet sich an alle, die einen unkomplizierten Einstieg in professionelles Audio suchen. Das Alleinstellungsmerkmal ist die Clipguard-Technologie, die Übersteuerungen effektiv verhindert. In unserem zweiwöchigen Test haben wir das Wave:3 in verschiedenen Szenarien auf Herz und Nieren geprüft.
Das Elgato Wave:3 kommt in einem minimalistischen, modernen Design daher. Das Gehäuse besteht aus Kunststoff mit einer matten Oberfläche, die hochwertig wirkt, aber nicht ganz an die Metallgehäuse von Rode oder Shure heranreicht. Mit einem Gewicht von nur 280 Gramm (ohne Standfuß) ist es eines der leichtesten Mikrofone im Test.
An der Vorderseite sitzt ein kapazitiver Multifunktionsknopf, der gleichzeitig als Mute-Taste dient. Ein kurzer Tipp schaltet das Mikrofon stumm (signalisiert durch eine LED), ein Drehen regelt die Lautstärke. Durch Drücken und Drehen wechselt man zwischen verschiedenen Funktionen — Gain, Kopfhörer-Lautstärke und Monitoring-Mix. Das ist clever gelöst, braucht aber etwas Eingewöhnung.
Der Standfuß ist kompakt und stabil, nimmt wenig Platz auf dem Schreibtisch ein. Das Mikrofon lässt sich auch einfach auf einen Mikrofonarm montieren — Elgato bietet hierfür den Wave Mic Arm an, der perfekt zum Design passt. Der USB-C-Anschluss befindet sich an der Rückseite, der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss an der Unterseite.
Im Lieferumfang befinden sich das Mikrofon, der Standfuß, ein USB-C-auf-USB-A-Kabel und eine Kurzanleitung. Ein USB-C-auf-USB-C-Kabel liegt leider nicht bei — schade bei einem Mikrofon in dieser Preisklasse. Auch ein Pop-Filter fehlt, den sollte man separat dazukaufen.
Die Clipguard-Technologie ist das Highlight des Wave:3 und ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Herkömmliche Mikrofone können bei plötzlich lauten Geräuschen — einem Lacher, einem überraschten Aufschrei beim Gaming — übersteuern (clippen). Das Ergebnis ist ein hässliches, verzerrtes Signal, das nicht mehr reparabel ist.
Clipguard löst dieses Problem durch einen zweiten, leiser eingestellten Signalpfad. Sobald das Hauptsignal droht zu übersteuern, blendet das Mikrofon automatisch auf den leiseren Pfad um. Das geschieht in Echtzeit und unhörbar — das Ergebnis ist ein sauberes, unverzerrtes Signal auch bei plötzlichen Lautstärkespitzen.
Im Praxistest funktioniert Clipguard hervorragend. Selbst bei absichtlich lauten Rufen direkt ins Mikrofon blieb das Signal sauber. Für Streamer, die emotionale Reaktionen zeigen, ist das ein unschätzbarer Vorteil gegenüber der Konkurrenz. Kein anderes USB-Mikrofon in unserem Test bietet eine vergleichbare Funktion.
Der Klang des Elgato Wave:3 ist klar, detailliert und neutral. Die 17-mm-Kondensatorkapsel liefert einen sauberen Frequenzgang, der Stimmen natürlich und präsent klingen lässt. Im Vergleich zum Rode NT-USB+ fehlt etwas an Wärme und Tiefe, dafür klingt das Wave:3 etwas moderner und durchsetzungsfähiger im Mix.
Das Eigenrauschen ist mit 15 dBA höher als beim Rode NT-USB+ (4,5 dBA), liegt aber immer noch in einem sehr guten Bereich. In der Praxis ist das Rauschen erst bei sehr hohen Gain-Einstellungen wahrnehmbar. Für normale Sprechabstände von 15–30 cm zum Mikrofon ist das kein Problem.
Die Aufnahmequalität beträgt 24 Bit bei 96 kHz — damit liegt das Wave:3 sogar über dem Rode NT-USB+, das maximal 48 kHz unterstützt. Allerdings ist der Unterschied zwischen 48 und 96 kHz bei Sprachaufnahmen in der Praxis kaum hörbar. Für Musikaufnahmen kann die höhere Abtastrate aber durchaus relevant sein.
Die Richtcharakteristik ist auf Niere (Cardioid) festgelegt. Das Mikrofon nimmt primär Schall von vorne auf und blendet Geräusche von den Seiten und hinten ab. Für Solo-Aufnahmen ist das ideal, für Gruppenaufnahmen oder Interviews wäre eine umschaltbare Charakteristik flexibler.
Die Wave Link Software ist der wahre Trumpf des Elgato Wave:3. Sie verwandelt den PC in ein professionelles Audio-Setup mit bis zu 9 separaten Audioquellen, die individuell gemischt werden können. Man kann zum Beispiel Discord, Spotify, den Browser und den Spielsound jeweils einzeln in der Lautstärke regeln — sowohl für den eigenen Kopfhörer-Mix als auch für den Stream-Output.
Diese Trennung von Monitor- und Stream-Mix ist ein Feature, das professionelle Streamer normalerweise nur mit teurer Hardware erreichen. Wave Link bietet es kostenlos als Software-Lösung. Man kann sich selbst lauter Musik hören, während die Zuschauer einen anderen Mix bekommen — genial für die Produktionsqualität eines Streams.
Zusätzlich bietet Wave Link VST-Plugin-Unterstützung. Damit lassen sich externe Audio-Plugins wie Kompressoren, EQs oder Noise Gates direkt in die Signalkette einbinden. In Kombination mit kostenlosen Plugins wie ReaPlugs bekommt man ein Setup, das professionellen Broadcast-Standards nahekommt.
Die Software läuft stabil, verbraucht wenig Systemressourcen und wird regelmäßig aktualisiert. Die Integration in das Elgato Stream Deck ist ebenfalls vorbildlich — per Knopfdruck lassen sich Audioquellen stummschalten oder Szenen wechseln. Insgesamt ist Wave Link die beste Software aller getesteten USB-Mikrofone.
Im Streaming-Einsatz glänzt das Wave:3 besonders. Die Kombination aus Clipguard und Wave Link macht es zum perfekten Werkzeug für Twitch und YouTube. Man muss sich keine Sorgen um Übersteuerungen machen und hat die volle Kontrolle über alle Audioquellen. Die Integration mit dem Elgato Stream Deck ist ein weiterer Pluspunkt für Nutzer des Elgato-Ökosystems.
In Discord und Teamspeak liefert das Wave:3 eine kristallklare Stimmübertragung. Die Nieren-Charakteristik blendet Tastatur- und Mausgeräusche gut aus, solange man das Mikrofon richtig positioniert. Ein Abstand von 15–20 cm zum Mund liefert die besten Ergebnisse.
Auch in Zoom und Teams macht das Wave:3 eine ausgezeichnete Figur. Die Stimme klingt professionell und deutlich. Dank der kompakten Bauform passt das Mikrofon auch auf beengte Schreibtische, ohne zu dominant zu wirken. Der Mute-Button am Gerät ist in Meetings besonders praktisch.
| Mikrofontyp | Kondensator |
|---|---|
| Richtcharakteristik | Niere (Cardioid) |
| Frequenzgang | 70 Hz – 20 kHz |
| Abtastrate | Bis zu 96 kHz |
| Bittiefe | 24 Bit |
| Clipguard | Ja (proprietär) |
| Anschluss | USB-C |
| Kopfhörerausgang | 3,5 mm Klinke |
| Gewicht | 280 g (ohne Standfuß) |
| Besonderheiten | Clipguard, Wave Link Software, kapazitiver Multifunktionsknopf |
Das Elgato Wave:3 ist mit 9.1/10 unser Premium-Pick für Streamer und Content Creator. Die Kombination aus Clipguard-Technologie und der herausragenden Wave Link Software macht es zum besten Streaming-Mikrofon in unserem Test. Wer im Elgato-Ökosystem zuhause ist oder die beste Software-Integration sucht, findet im Wave:3 seinen perfekten Partner.
Gegenüber dem Rode NT-USB+ muss es sich klanglich minimal geschlagen geben, punktet dafür aber mit Features und Software. Für reine Klangqualität bleibt Rode die Nummer 1 — für das Gesamtpaket im Streaming-Bereich ist das Wave:3 kaum zu schlagen.