Rode NT-USB+ USB-Mikrofon Testsieger
Testsieger

Rode NT-USB+ Test

Studioqualität über USB — der verdiente Testsieger mit Revolution-Preamp und 24-Bit/48-kHz-Aufnahme

9.4 / 10 Punkten
Klangqualität
9.6
Rauschverhalten
9.2
Bedienung
9.4
Software
9.3
Preis-Leistung
9.2
ca. 170 €inkl. MwSt. Preis prüfen

Inhaltsverzeichnis

  1. Erster Eindruck & Verarbeitung
  2. Klangqualität im Detail
  3. Features & Ausstattung
  4. Software: RODE Connect & Central
  5. Praxistest: Streaming, Podcast & Home-Office
  6. Technische Daten
  7. Fazit & Bewertung
  8. Häufige Fragen

Das Rode NT-USB+ ist die USB-Variante des legendären NT1 und verspricht Studioqualität ohne Audio-Interface. Als Nachfolger des beliebten NT-USB hat Rode sein USB-Flaggschiff komplett überarbeitet — mit dem hauseigenen Revolution-Preamp, verbesserter Kapsel und modernisiertem Design. In unserem ausführlichen Test über zwei Wochen klären wir, ob das Rode NT-USB+ seinem Ruf als bestes USB-Mikrofon gerecht wird.

Erster Eindruck und Verarbeitung

Schon beim Auspacken fällt auf: Rode meint es ernst. Das NT-USB+ kommt in einem hochwertigen Karton mit magnetischem Verschluss. Im Lieferumfang befinden sich das Mikrofon selbst, ein USB-C-auf-USB-C-Kabel, ein USB-C-auf-USB-A-Kabel, eine Schockhalterung (SM6) mit integriertem Pop-Filter und eine Tischstativadapter-Befestigung.

Das Mikrofon selbst wiegt 552 Gramm und fühlt sich durch das vollständig aus Metall gefertigte Gehäuse extrem wertig an. Die mattschwarze Oberfläche ist angenehm griffig und sammelt kaum Fingerabdrücke. An der Vorderseite befindet sich ein hochwertiger Drehregler für den Kopfhörer-Mix — damit kann man stufenlos zwischen direktem Monitoring und dem PC-Audio überblenden.

Der 3,5-mm-Kopfhöreranschluss sitzt an der Unterseite und liefert genug Leistung, um auch höherohmige Kopfhörer wie den Beyerdynamic DT 770 Pro (250 Ohm) ordentlich anzutreiben. Das ist ein deutlicher Vorteil gegenüber vielen Konkurrenten, deren Kopfhörerausgänge oft zu leise sind.

Die Verarbeitungsqualität liegt auf dem Niveau, das man von einem australischen Hersteller mit über 50 Jahren Erfahrung erwartet. Nichts klappert, nichts wackelt — das NT-USB+ wirkt wie für die Ewigkeit gebaut. Die beiliegende Schockhalterung ist eine der besten, die wir je bei einem USB-Mikrofon gesehen haben.

Klangqualität im Detail

Der Klang ist das Herzstück jedes Mikrofons — und hier zeigt das Rode NT-USB+ seine wahre Stärke. Der Revolution-Preamp, der auch im Rode NT1 5th Generation zum Einsatz kommt, liefert einen beeindruckend rauscharmen und transparenten Klang. Das Eigenrauschen liegt bei nur 4,5 dBA — ein Spitzenwert für ein USB-Mikrofon.

Im direkten Vergleich mit dem Elgato Wave:3 klingt das NT-USB+ voller und detaillierter. Stimmen werden natürlich und warm wiedergegeben, ohne dabei künstlich aufgehübscht zu wirken. Die leichte Präsenzanhebung im oberen Mittenbereich sorgt dafür, dass Sprache sich in einem Mix gut durchsetzt — ideal für Streaming und Podcasts.

Besonders beeindruckt hat uns die Dynamik. Dank der 24-Bit-Auflösung und des hochwertige A/D-Wandlers geht kein Detail verloren. Selbst bei leisen Passagen bleibt der Klang klar und differenziert, ohne in Rauschen abzudriften. Bei lauteren Passagen zeigt sich das NT-USB+ ebenfalls souverän — die Übersteuerungsreserve ist großzügig bemessen.

Die Kondensatorkapsel mit 1-Zoll-Membran fängt feinste Nuancen ein. Im Vergleich zu dynamischen Mikrofonen wie dem Shure MV7+ ist der Klang deutlich detaillierter und luftiger, was für Sprachaufnahmen und Gesang ein echter Vorteil ist. Der Nachteil der höheren Empfindlichkeit — mehr Hintergrundgeräusche — wird durch das hervorragende Rauschverhalten des Revolution-Preamps teilweise kompensiert.

Features und Ausstattung

Das Rode NT-USB+ bietet eine durchdachte Ausstattung, die sowohl Einsteiger als auch Profis anspricht:

Was im Vergleich zur Konkurrenz fehlt, ist eine umschaltbare Richtcharakteristik. Das HyperX QuadCast S und Blue Yeti X bieten hier mehr Flexibilität. Allerdings nutzen die meisten Anwender ohnehin nur die Nieren-Charakteristik, sodass das für die meisten kein Problem darstellt.

Software: RODE Connect und RODE Central

Rode bietet gleich zwei Software-Lösungen für das NT-USB+. RODE Connect ist ein virtueller Mixer, der bis zu vier Rode-Mikrofone gleichzeitig verwalten kann. Die Oberfläche ist übersichtlich und intuitiv — auch Einsteiger finden sich sofort zurecht.

Die RODE Central App dient zur Konfiguration des integrierten DSP. Hier lassen sich Kompression, Noise Gate, Hochpassfilter, De-Esser und ein parametrischer EQ einstellen. Die Einstellungen werden direkt im Mikrofon gespeichert und sind damit unabhängig vom verwendeten Computer aktiv. Das ist besonders praktisch, wenn man das Mikrofon an verschiedenen Rechnern nutzt.

Im Vergleich zur Elgato Wave Link Software fehlt RODE Connect allerdings die Möglichkeit, verschiedene Audioquellen auf separaten virtuellen Kanälen zu mischen. Für Streamer, die gleichzeitig Spotify, Discord und Spielsound separat steuern möchten, ist Wave Link nach wie vor die bessere Lösung. Für reine Aufnahme und Podcast-Produktion ist RODE Connect aber mehr als ausreichend.

Praxistest: Streaming, Podcast und Home-Office

Streaming mit dem Rode NT-USB+

Im Streaming-Einsatz über Twitch und YouTube überzeugt das NT-USB+ mit seinem brillanten, gut durchsetzungsfähigen Klang. Die Stimme hebt sich klar vom Spielsound ab, ohne dass man viel an EQ-Einstellungen schrauben muss. Das integrierte Noise Gate hilft dabei, Tastaturgeräusche und Mausklicks zu reduzieren — allerdings sollte man in einer ruhigen Umgebung streamen, da die Kondensatorkapsel empfindlich ist.

Podcast-Aufnahmen

Für Podcasts ist das NT-USB+ eine exzellente Wahl. Die Klangqualität reicht an deutlich teurere XLR-Setups heran. Der integrierte Kompressor sorgt dafür, dass die Lautstärke gleichmäßig bleibt, und der De-Esser zähmt scharfe S-Laute zuverlässig. In Kombination mit der beiliegenden Schockhalterung und dem Pop-Filter bekommt man ein Setup, das sofort sendefähig ist.

Home-Office und Videokonferenzen

In Zoom, Teams und Google Meet liefert das NT-USB+ eine Audioqualität, die Kollegen und Kunden sofort auffällt. Die Stimme klingt professionell und klar — ein deutlicher Unterschied zu integrierten Laptop-Mikrofonen oder günstigen Headsets. Der Mix-Regler ist hier besonders praktisch: Man kann schnell zwischen dem Konferenz-Audio und dem Mikrofon-Signal umschalten.

Technische Daten

MikrofontypKondensator (Großmembran)
RichtcharakteristikNiere (Cardioid)
Frequenzgang20 Hz – 20 kHz
Abtastrate48 kHz
Bittiefe24 Bit
Eigenrauschen4,5 dBA
Max. SPL133 dB
AnschlussUSB-C
Kopfhörerausgang3,5 mm Klinke
Gewicht552 g
Abmessungen192 × 54 mm
BesonderheitenRevolution-Preamp, integrierter DSP, Zero-Latency-Monitoring
LieferumfangMikrofon, USB-C/C-Kabel, USB-C/A-Kabel, Schockhalterung mit Pop-Filter

Fazit: Rode NT-USB+ — verdienter Testsieger

Vorteile

  • Herausragende Klangqualität auf Studioniveau
  • Extrem geringes Eigenrauschen (4,5 dBA)
  • Integrierter DSP mit Kompression, EQ und Noise Gate
  • Hochwertige Metallverarbeitung
  • Exzellente Schockhalterung im Lieferumfang
  • Kraftvoller Kopfhörerausgang
  • RODE Connect Software inklusive

Nachteile

  • Nur Nieren-Richtcharakteristik
  • Empfindlich gegenüber Hintergrundgeräuschen
  • Kein integrierter Mute-Button
  • Software weniger vielseitig als Elgato Wave Link
  • Relativ hohes Gewicht (552 g)

Das Rode NT-USB+ ist unser verdienter Testsieger mit einer Gesamtwertung von 9.4/10. Es liefert eine Klangqualität, die in dieser Preisklasse ihresgleichen sucht, und bietet mit dem integrierten DSP und der RODE Connect Software alles, was man für professionelle Aufnahmen braucht. Die hochwertige Verarbeitung und der großzügige Lieferumfang runden das Paket ab.

Für alle, die das Beste suchen und bereit sind, rund 170 € zu investieren, führt am NT-USB+ kaum ein Weg vorbei. Nur wer einen Mute-Button benötigt, in einer sehr lauten Umgebung arbeitet oder mehrere Richtcharakteristiken braucht, sollte sich Alternativen wie das Elgato Wave:3 oder das HyperX QuadCast S ansehen.

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Häufige Fragen zum Rode NT-USB+

Ja, das Rode NT-USB+ ist hervorragend für Streaming geeignet. Der brillante, durchsetzungsfähige Klang hebt die Stimme klar vom Spielsound ab. Der integrierte DSP mit Noise Gate und Kompressor sorgt für professionellen Sound ohne zusätzliche Software.
Nein, das Rode NT-USB+ wird per USB-C direkt an den PC angeschlossen. Es hat einen eingebauten hochwertige A/D-Wandler mit Revolution-Preamp und benötigt kein zusätzliches Audio-Interface.
Nein, das Rode NT-USB+ hat keinen integrierten Mute-Button. Das Stummschalten muss über die Software oder eine Tastenkombination erfolgen. Wenn dir ein Mute-Button wichtig ist, schaue dir das Elgato Wave:3 oder das HyperX QuadCast S an.
Das NT-USB+ hat den neuen Revolution-Preamp mit deutlich geringerem Eigenrauschen, einen integrierten DSP für Kompression und EQ, USB-C statt USB-A und eine komplett neue Kapsel. Die Klangqualität ist spürbar besser als beim Vorgänger.
Das hängt vom Einsatzzweck ab. Das Rode NT-USB+ klingt detaillierter und brillanter — ideal für Sprache und Gesang. Das Shure MV7+ hat einen wärmeren Broadcast-Sound und bietet zusätzlich XLR. Für reines USB ist das NT-USB+ die bessere Wahl, für Hybrid-Setups das MV7+.