Professioneller Studiokopfhörer mit abnehmbarem Mikrofon — die Referenz für Podcaster und Content Creator
Der Rode NTH-100M ist eine Sonderversion des beliebten NTH-100 Studiokopfhörers — erweitert um ein abnehmbares Kondensator-Boom-Mikrofon, das den Kopfhörer zum vollwertigen Headset für Podcaster und Content Creator macht. Rode kombiniert damit seine Expertise aus dem Mikrofonbereich mit einem audiophilen Kopfhörer und verspricht eine Lösung, die dedizierte Tischmikrofone in manchen Szenarien ersetzen kann. In unserem umfassenden Test über drei Wochen prüfen wir, ob der NTH-100M diesem hohen Anspruch gerecht wird und für wen sich die Investition von rund 160 Euro lohnt.
Rode versteht es wie kaum ein anderer Hersteller, schon beim Auspacken ein Premium-Gefühl zu vermitteln. Der NTH-100M kommt in einer hochwertigen Box mit dem Kopfhörer, dem abnehmbaren NTH-Mic Mikrofonarm, einem 2,4 Meter langen Kabel mit 3,5-mm-Klinke und einem Transportbeutel aus robustem Stoff. Optional ist ein kürzeres 1,2-Meter-Kabel erhältlich, das sich besser für mobile Geräte eignet.
Die Verarbeitung des NTH-100M ist auf einem Niveau, das man sonst nur von deutlich teureren Studiokopfhörern kennt. Der CNC-gefräste Aluminiumkopfbügel ist filigran, aber extrem stabil — Rode gibt an, dass er Biegekräfte von über 20 kg aushält. Die Ohrmuscheln bestehen aus hochwertigem Kunststoff mit einer satinierten Oberfläche, die Fingerabdrücke zuverlässig kaschiert.
Ein besonderes Highlight ist der FitLok-Mechanismus zur Größenverstellung. Statt eines üblichen Schiebesystems nutzt Rode einen rastenden Mechanismus mit definierter Stufeneinstellung. Einmal eingestellt, verrutscht nichts mehr — auch nicht nach Monaten täglicher Nutzung. Die Größenverstellung bietet einen enormen Bereich, der von sehr kleinen bis sehr großen Köpfen alles abdeckt.
Das CoolTech-Gel in den Ohrpolstern ist eine Rode-eigene Entwicklung. Es fühlt sich beim Aufsetzen angenehm kühl an und reguliert die Temperatur über längere Tragezeiten. Im Vergleich zum Memory-Foam der meisten Gaming-Headsets ist der Unterschied im Tragekomfort spürbar — der NTH-100M fühlt sich auch nach Stunden noch frisch an. Die Ohrpolster sind magnetisch befestigt und können einfach zum Reinigen oder Austauschen abgenommen werden.
Die Klangqualität ist das Herzstück des NTH-100M — und hier zeigt sich deutlich, dass Rode einen Studiokopfhörer und kein Gaming-Headset gebaut hat. Die maßgefertigten 40-mm-Treiber liefern einen neutralen, extrem detaillierten Klang, der die Stärken und Schwächen einer Aufnahme schonungslos offenlegt.
Die Bässe sind straff, kontrolliert und tiefreichend — aber nie überbetont. Im Vergleich zu Gaming-Headsets wie dem Corsair HS80 Max klingen die Tiefen zurückhaltender, dafür aber deutlich präziser und schneller. Bassgitarren, Kick-Drums und Tieftöner werden sauber voneinander getrennt, was für die Beurteilung von Podcast-Aufnahmen und Musikproduktionen entscheidend ist.
Der Mittenbereich ist die absolute Stärke des NTH-100M. Stimmen werden unverfälscht, natürlich und mit beeindruckender Detailtreue wiedergegeben. Jede Nuance einer Sprachaufnahme — von der Atemtechnik bis zur Raummikroskopie — ist hörbar. Für Podcaster und Voice-Over-Künstler ist diese Mittenqualität ein unverzichtbares Werkzeug, um die eigene Aufnahmequalität zu beurteilen und zu optimieren.
Die Höhen sind brillant und detailliert, ohne dabei scharf oder ermüdend zu werden. Rode hat die Höhenabstimmung des NTH-100M so gestaltet, dass sie Zischlaute und Sibilanz offenlegt, ohne sie zu übertreiben. Das ist für die Podcast-Nachbearbeitung ideal: Man erkennt sofort, ob ein De-Esser nötig ist. Für das reine Musikhören könnte die Höhenpräsenz über sehr lange Sessions hinweg etwas anstrengend werden — hier kommt es auf den persönlichen Geschmack an.
Die Raumisolierung ist hervorragend. Die geschlossene Bauweise und die dichten CoolTech-Gel-Polster reduzieren Außengeräusche um bis zu 20 dB. Das macht den NTH-100M ideal für Aufnahmen in nicht optimal schallgedämmten Räumen — das Mikrofon nimmt deutlich weniger Übersprechung vom Kopfhörer auf als bei offenen oder halbofffenen Designs.
Das NTH-Mic ist ein Kondensator-Mikrofon mit Nierencharakteristik, das über einen proprietären Anschluss an der linken Ohrmuschel befestigt wird. Die Verbindung ist stabil und wackelfrei — einmal eingesteckt, sitzt das Mikrofon fest und sicher. Der flexible Schwanenhals ermöglicht eine präzise Positionierung vor dem Mund.
Die Mikrofon-Qualität ist für ein Headset-Mikrofon überdurchschnittlich gut. Stimmen werden klar, natürlich und mit guter Fülle übertragen. Im Vergleich zu Gaming-Headset-Mikrofonen wie dem des Logitech G Pro X 2 klingt das NTH-Mic detaillierter und natürlicher — man merkt Rodes Erfahrung im Mikrofonbau.
Allerdings erreicht das NTH-Mic nicht die Qualität eines dedizierten Tischmikrofons wie dem Rode NT-USB+. Die kleinere Kapsel und die Positionierung am Kopfhörer setzen physikalische Grenzen. Für professionelle Podcast-Aufnahmen, die veröffentlicht werden, empfehlen wir nach wie vor ein separates Mikrofon. Für Remote-Interviews, Discord-Kommunikation und gelegentliche Aufnahmen ist das NTH-Mic aber mehr als ausreichend und bietet einen enormen Komfortvorteil gegenüber einem separaten Mikrofon-Setup.
Ein wichtiger Hinweis: Das NTH-Mic wird über den 3,5-mm-TRRS-Stecker des Kabels versorgt. Es funktioniert direkt mit Smartphones und Tablets, für PCs wird eventuell ein TRRS-auf-TRS-Adapter oder ein USB-Audiointerface mit kombiniertem Mikrofon-/Kopfhörereingang benötigt. Ein separates USB-C-Kabel mit integriertem DAC ist als Zubehör erhältlich und empfehlenswert.
Der Tragekomfort des Rode NTH-100M ist bemerkenswert. Mit nur 350 Gramm (ohne Mikrofon) ist er leichter als die meisten kabellosen Gaming-Headsets. Die Gewichtsverteilung über den schmalen Aluminium-Kopfbügel ist optimal — kein Druckgefühl am Scheitel, keine heißen Ohren, kein Nachschwitzen dank der CoolTech-Gel-Polster.
Die Ohrpolster umschließen die Ohren komplett und bieten sowohl bei kleinen als auch bei größeren Ohren genug Platz. Der Anpressdruck ist moderat und für Brillenträger gut verträglich. In unserem Langzeittest über acht Stunden am Stück gab es keine Beschwerden — das schaffen nur wenige Kopfhörer in dieser Preisklasse.
Das Kabel ist mit Alcantara-Gewebe ummantelt und fühlt sich hochwertig an. Es ist angenehm flexibel und neigt nicht zum Verknoten. Die 3,5-mm-Klinke am Kopfhörer rastet über Rodes Lock-Mechanismus sicher ein — ein versehentliches Herausziehen ist praktisch ausgeschlossen. Die Kabelführung kann wahlweise links oder rechts angebracht werden, was für verschiedene Setups praktisch ist.
Im Podcast-Einsatz zeigt der NTH-100M seine wahre Stärke. Die neutrale, detailreiche Wiedergabe ermöglicht es, Aufnahmequalität, Raumhall und Sprachfehler sofort zu erkennen. Wer mit dem Rode NT-USB+ oder einem ähnlichen Mikrofon aufnimmt, bekommt mit dem NTH-100M das perfekte Monitoring-Werkzeug. Die geschlossene Bauweise verhindert dabei zuverlässig, dass Kopfhörer-Audio in die Mikrofon-Aufnahme gelangt — ein kritischer Punkt bei Podcast-Aufnahmen.
Für Gaming ist der NTH-100M grundsätzlich gut geeignet, aber kein typisches Gaming-Headset. Die neutrale Abstimmung bietet exzellente Ortung, der Bass könnte für manche Spieler aber zu zurückhaltend sein. Für Streamer, die Wert auf authentische Audioqualität legen und im Stream professionell klingen wollen, ist die Kombination aus NTH-100M und NTH-Mic eine interessante Alternative zu Gaming-Headsets.
Als Musik-Kopfhörer ist der NTH-100M eine echte Referenz in seiner Preisklasse. Die neutrale Abstimmung gibt Musik so wieder, wie sie vom Künstler intendiert ist — ohne Färbung oder Aufhübschung. Für audiophile Hörer und Musikproduzenten ist das ideal. Für den Casual-Musikgenuss, bei dem man etwas mehr Bass und „Spaß" erwartet, ist der Beyerdynamic DT 770 PRO möglicherweise die emotionalere Wahl.
In Kombination mit dem NTH-Mic ist der NTH-100M ein exzellentes Headset für Remote-Arbeit. Die Sprachqualität in Zoom und Teams ist deutlich über dem Niveau üblicher Headsets, und der Tragekomfort erlaubt ganztägiges Tragen ohne Beschwerden. Das abnehmbare Mikrofon macht den Kopfhörer nach Feierabend zum hochwertigen Musik-Kopfhörer — Doppelnutzung im besten Sinne.
| Typ | Over-Ear Studiokopfhörer (geschlossen) |
|---|---|
| Treiber | 40 mm (maßgefertigt) |
| Frequenzgang | 5 Hz – 35 kHz |
| Impedanz | 32 Ohm |
| Empfindlichkeit | 110 dB SPL/mW |
| Mikrofon | Abnehmbares Kondensator-Boom (NTH-Mic, Niere) |
| Anschluss | 3,5 mm TRRS (Kabel abnehmbar, Verriegelung) |
| Kabellänge | 2,4 m (1,2 m optional) |
| Gewicht | 350 g (ohne Mikrofon) |
| Ohrpolster | CoolTech-Gel, magnetisch abnehmbar |
| Kopfbügel | CNC-gefrästes Aluminium, FitLok-Verstellung |
| Schalldämmung | Bis zu 20 dB passive Isolierung |
| Besonderheiten | FitLok-System, CoolTech-Gel, Lock-Kabelanschluss, beidseitig nutzbar |
Der Rode NTH-100M erreicht in unserem Test eine Gesamtwertung von 8.8/10 und ist unsere klare Empfehlung für Podcaster, Content Creator und alle, die Wert auf audiophile Klangqualität mit der Flexibilität eines Headset-Mikrofons legen. Die Verarbeitung ist auf Premium-Niveau, der Tragekomfort dank CoolTech-Gel erstklassig und der Klang auf Studioniveau.
Für Podcaster, die ein Setup suchen, das monitoring-tauglichen Klang und ein gutes Mikrofon in einem Gerät vereint, ist der NTH-100M die beste Wahl am Markt. Wer allerdings ein kabelloses Gaming-Headset sucht, sollte zum Corsair HS80 Max greifen. Und wer das Maximum an Klangqualität für Musik will, findet im Beyerdynamic DT 770 PRO Black einen würdigen Konkurrenten.