Der Profi-Mikrofonarm mit innovativem Federnsystem — geräuschlos, 360° drehbar und perfekt für Studio-Setups
Der Røde PSA1+ ist der Nachfolger des legendären PSA1, der sich über Jahre hinweg als einer der beliebtesten Mikrofonarme im Streaming- und Podcast-Bereich etabliert hat. Mit dem Plus-Modell hat Røde den Arm komplett überarbeitet — neues Federnsystem, verbesserte Kabelführung und ein eleganteres Design. Wir haben den Røde PSA1+ über mehrere Wochen im Alltag getestet und geprüft, ob der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger gerechtfertigt ist. In diesem ausführlichen Testbericht erfährst du alles über Stabilität, Geräuschverhalten, Reichweite und die Frage, ob der PSA1+ wirklich der beste Mikrofonarm auf dem Markt ist.
Der erste Kontakt mit dem Røde PSA1+ macht sofort klar: Hier hat sich etwas getan. Die Verpackung ist deutlich aufgeräumter als beim Vorgänger, und der Arm selbst fällt durch sein schlankes, modernisiertes Design auf. Die mattschwarze Oberfläche ist edel und zurückhaltend — der PSA1+ fügt sich damit deutlich besser in ein professionelles Setup ein als der etwas klobigere Vorgänger.
Im Lieferumfang befinden sich der Arm selbst, eine Tischklemme, ein Tischflansch zur optionalen Festmontage, zwei 3/8-Zoll-auf-5/8-Zoll-Gewindeadapter und eine Velcro-Kabelführung. Alles sauber verpackt und mit einer klaren, bebilderten Anleitung versehen. Was sofort auffällt: Die Tischklemme ist deutlich stabiler als beim Vorgänger. Sie besteht komplett aus Metall und hat eine gummierte Kontaktfläche, die den Tisch vor Kratzern schützt und gleichzeitig für besseren Halt sorgt.
Der gesamte Arm wiegt 895 Gramm und fühlt sich durch die vollständig aus Stahl gefertigten Gelenke und Armsegmente extrem massiv an. Im direkten Vergleich zum Elgato Wave Mic Arm LP wirkt der PSA1+ wertiger und robuster. Die Gelenke sind präzise gefertigt und haben keinerlei Spiel — eine spürbare Verbesserung gegenüber dem Original-PSA1, bei dem die Gelenke nach längerem Gebrauch gelegentlich leicht nachgaben.
Besonders gelungen ist die neue integrierte Kabelführung. Beim Vorgänger wurde das Kabel mit einfachen Clips an der Außenseite des Arms befestigt — beim PSA1+ läuft es durch einen Kanal im Inneren des Arms. Das sorgt für ein sauberes, aufgeräumtes Erscheinungsbild und verhindert, dass sich das Kabel beim Bewegen des Arms verheddert oder störend herunterhängt.
Das Herzstück des Røde PSA1+ ist das komplett überarbeitete interne Federnsystem. Während der Vorgänger und viele Konkurrenten auf sichtbare Federn setzen, die beim Verstellen hörbar knarzen und quietschen können, hat Røde beim PSA1+ ein vollständig gekapseltes System entwickelt. Die Federn befinden sich im Inneren der Armsegmente und sind von außen weder sichtbar noch hörbar.
In der Praxis bedeutet das: Der Arm lässt sich absolut geräuschlos in jede Position bringen. Kein Knarzen, kein Quietschen, kein mechanisches Klicken — der PSA1+ gleitet butterweich und leise von einer Position in die andere. Das ist ein enormer Vorteil für Streamer und Podcaster, die ihr Mikrofon während einer Live-Aufnahme oder Sendung repositionieren möchten, ohne dass die Zuschauer oder Zuhörer störende Geräusche wahrnehmen.
Wir haben das Geräuschverhalten mit einem empfindlichen Kondensatormikrofon direkt am Gelenk gemessen: Selbst bei maximaler Gain-Einstellung waren die Bewegungsgeräusche des PSA1+ praktisch nicht wahrnehmbar. Zum Vergleich: Beim günstigeren Neewer NW-35 waren die Federgeräusche deutlich im Aufnahmesignal zu hören, und auch beim Vorgänger PSA1 konnte man bei schnellen Bewegungen ein leises Knarzen wahrnehmen.
Die Federspannung ist über eine Schraube an der Unterseite des Hauptgelenks stufenlos einstellbar. Dadurch lässt sich der Arm perfekt auf das Gewicht des jeweiligen Mikrofons kalibrieren — von leichten USB-Mikrofonen wie dem Rode NT-USB+ (552 g) bis hin zu schweren XLR-Boliden mit Schockhalterung. Der empfohlene Gewichtsbereich liegt zwischen 200 und 1.100 Gramm, was praktisch alle gängigen Mikrofone abdeckt.
Ein weiterer Vorteil des internen Federnsystems: Die Langlebigkeit. Bei externen Federn kann es nach Monaten oder Jahren zu Materialermüdung kommen — die Spannung lässt nach, der Arm hält das Mikrofon nicht mehr zuverlässig in Position. Durch die gekapselte Konstruktion des PSA1+ sind die Federn vor Staub, Feuchtigkeit und mechanischer Beanspruchung geschützt, was die Lebensdauer erheblich verlängert.
Der Røde PSA1+ bietet eine horizontale Reichweite von 820 mm und eine vertikale Reichweite von 830 mm — Werte, die auf dem Niveau des Vorgängers liegen und für die allermeisten Setups mehr als ausreichend sind. In der Praxis bedeutet das: Selbst wenn der Arm am hinteren Tischrand befestigt ist, kann man das Mikrofon bequem vor den Mund führen, ohne sich zum Tisch hinlehnen zu müssen.
Die 360-Grad-Rotation an der Basis ermöglicht es, den Arm komplett um die eigene Achse zu drehen. Das klingt trivial, ist aber in der Praxis ein echter Komfortgewinn. Man kann den Arm problemlos von der Seite über den Monitor hinweg nach vorne schwenken oder ihn bei Nichtgebrauch hinter den Monitor klappen, ohne ihn abnehmen zu müssen.
Die beiden Armsegmente sind über ein Doppelgelenk verbunden, das eine Rotation von 220 Grad erlaubt. In Kombination mit der Basisrotation ergibt sich ein Bewegungsradius, der praktisch keine Wünsche offenlässt. Egal ob du dein Mikrofon direkt vor den Mund positionieren, von der Seite heranführen oder von oben herabhängen lassen möchtest — der PSA1+ macht alles mit.
Im Vergleich zum Elgato Wave Mic Arm LP fällt auf, dass der PSA1+ eine deutlich größere Reichweite bietet. Der Elgato-Arm ist als Low-Profile-Lösung konzipiert und liegt flacher am Tisch, was Vorteile für die Sicht auf den Monitor hat, aber die Flexibilität bei der Positionierung einschränkt. Wer maximale Bewegungsfreiheit braucht, ist mit dem PSA1+ besser beraten.
Besonders gut gefallen hat uns die Stabilität in jeder Position. Einmal eingestellt, hält der Arm das Mikrofon absolut zuverlässig in der gewünschten Position. Kein langsames Absinken, kein Nachgeben unter Last — der PSA1+ bleibt genau dort, wo man ihn hinstellt. Das war beim Vorgänger nicht immer der Fall, besonders bei schwereren Mikrofonen oder nach längerem Gebrauch.
Die Montage des Røde PSA1+ ist erfreulich unkompliziert und in weniger als fünf Minuten erledigt. Es gibt zwei Befestigungsmöglichkeiten: Die Tischklemme für schnelle, werkzeuglose Montage und der Tischflansch für eine permanente, besonders stabile Installation.
Die Tischklemme passt an Tischplatten mit einer Stärke von bis zu 55 mm. Sie wird einfach an die Tischkante geschraubt und hält dank der gummierten Kontaktflächen bombenfest, ohne den Tisch zu beschädigen. Im Test haben wir die Klemme an einem IKEA Bekant, einem massiven Eichenholztisch und einem Gaming-Desk von Flexispot ausprobiert — überall saß sie perfekt und wackelfrei.
Der Tischflansch wird mit einer Schraube durch ein Loch in der Tischplatte befestigt (16 mm Durchmesser). Das klingt aufwändiger, bietet aber den Vorteil einer noch stabileren Montage und spart Platz an der Tischkante. Für Nutzer mit einem festen Arbeitsplatz, die ihren Arm nicht regelmäßig umsetzen, ist der Flansch die bessere Wahl.
Nach der Montage der Basis wird der Arm einfach aufgesteckt und eingerastet — kein Werkzeug nötig. Die Kabelführung erfolgt über den internen Kanal: Kabel durch die Öffnung an der Basis einführen, durch den Arm hindurchfädeln und am oberen Ende herauskommen lassen. Das dauert vielleicht eine Minute länger als bei externen Kabel-Clips, sieht dafür aber deutlich aufgeräumter aus.
Die Federspannung sollte nach der Montage mit dem jeweiligen Mikrofon kalibriert werden. Dazu hängt man das Mikrofon an den Arm und dreht die Spannungsschraube an der Unterseite des Hauptgelenks so lange, bis der Arm das Mikrofon stabil in der gewünschten Position hält. Bei unserem Test mit dem Rode NT-USB+ (552 g) brauchten wir etwa drei bis vier Umdrehungen, bis die Spannung perfekt eingestellt war. Bei schwereren Mikrofonen wie dem Shure MV7+ entsprechend mehr.
Ein Tipp für die optimale Positionierung findest du in unserem Ratgeber Mikrofonarm richtig einstellen. Dort erklären wir Schritt für Schritt, wie du den Arm so einrichtest, dass das Mikrofon perfekt vor deinem Mund sitzt und gleichzeitig die Sicht auf den Monitor frei bleibt.
Der Røde PSA1+ ist mit allen Mikrofonen kompatibel, die einen Standard-3/8-Zoll- oder 5/8-Zoll-Gewindeanschluss haben — und das sind praktisch alle handelsüblichen Studiomikrofone. Die beiden mitgelieferten Gewindeadapter sorgen dafür, dass man sich keine Gedanken über Kompatibilität machen muss.
Im Test haben wir den PSA1+ mit folgenden Mikrofonen kombiniert und auf Stabilität, Balance und Geräuschverhalten geprüft:
Der empfohlene Gewichtsbereich von 200 bis 1.100 Gramm deckt alle gängigen USB- und XLR-Mikrofone ab. Selbst mit zusätzlicher Schockhalterung und Pop-Filter bleibt man in den meisten Fällen innerhalb dieses Bereichs. Für besonders schwere Setups mit großen Kondensatormikrofonen und schwerem Zubehör könnte man an die obere Grenze stoßen, aber für 99 Prozent aller Anwender ist der Bereich mehr als ausreichend.
Besonders gelungen ist die Kompatibilität mit dem Røde-Ökosystem. Wer bereits andere Røde-Produkte nutzt — etwa das NT-USB+, das PodMic oder das NT1 5th Gen — profitiert von einer nahtlosen Integration. Die Gewindeanschlüsse passen perfekt, und die interne Kabelführung ist ideal auf die Kabellängen der Røde-Mikrofone abgestimmt. Auch für ein komplettes Streaming-Setup ist der PSA1+ die ideale Basis.
| Typ | Scheren-Mikrofonarm (Boom Arm) |
|---|---|
| Federnsystem | Intern, gekapselt, stufenlos einstellbar |
| Horizontale Reichweite | 820 mm |
| Vertikale Reichweite | 830 mm |
| Rotation Basis | 360° |
| Rotation Gelenk | 220° |
| Tragfähigkeit | 200 – 1.100 g |
| Gewindeanschluss | 3/8" und 5/8" (Adapter inklusive) |
| Tischklemmbereich | bis 55 mm Tischplattenstärke |
| Gewicht | 895 g |
| Kabelführung | Intern (verdeckt) |
| Befestigung | Tischklemme oder Tischflansch (beides inklusive) |
| Material | Stahl, Aluminium, gummierte Kontaktflächen |
| Farbe | Mattschwarz |
Der Røde PSA1+ ist unser verdienter Testsieger unter den Mikrofonarmen mit einer Gesamtwertung von 9.2/10. Das innovative, geräuschlose Federnsystem setzt neue Maßstäbe in dieser Produktkategorie und macht den PSA1+ zur ersten Wahl für alle, die ihr Mikrofon während einer Aufnahme oder eines Streams bewegen möchten, ohne störende Geräusche zu erzeugen. Die hervorragende Verarbeitung, die großzügige Reichweite und die durchdachte interne Kabelführung runden das exzellente Gesamtpaket ab.
Der Aufpreis gegenüber dem Vorgänger PSA1 und günstigeren Alternativen ist durch die spürbaren Verbesserungen gerechtfertigt. Wer bereit ist, rund 110 € für einen Mikrofonarm zu investieren, bekommt mit dem PSA1+ ein Produkt, das in puncto Verarbeitung, Geräuschverhalten und Funktionalität die Konkurrenz hinter sich lässt. Nur wer ein Low-Profile-Design bevorzugt, sollte sich den Elgato Wave Mic Arm LP ansehen — der liegt flacher am Tisch und verdeckt weniger vom Bildschirm.
Für alle, die das Beste suchen und Wert auf ein professionelles, aufgeräumtes Setup legen, ist der Røde PSA1+ die klare Empfehlung. In Kombination mit einem hochwertigen Mikrofon wie dem Rode NT-USB+ oder dem Shure MV7+ entsteht ein Setup, das optisch und akustisch auf Studioniveau spielt.