Die vielseitigste Gaming-Maus im Test — 9 programmierbare Tasten, IP54-Schutz und leichtes Design
Die SteelSeries Aerox 5 Wireless versucht, die eierlegende Wollmilchsau unter den Gaming-Mäusen zu sein: Leicht genug für Shooter, genug Tasten für MMOs und MOBAs, kabellos und sogar mit IP54-Schutz gegen Staub und Spritzwasser. Mit einem Gewicht von 74 Gramm, neun programmierbaren Tasten und bis zu 180 Stunden Akkulaufzeit positioniert sich die Aerox 5 als vielseitigste Maus in unserem Testfeld. Ob dieses Konzept aufgeht, haben wir in drei Wochen intensiver Nutzung herausgefunden.
Die SteelSeries Aerox 5 Wireless kommt in einer aufwendigen Verpackung mit der Maus, einem USB-C-Ladekabel, dem Quantum 2.0 Wireless-Dongle und einem Dongle-Verlängerungskabel. Das Zubehör ist sauber verpackt und der Lieferumfang angemessen — allerdings vermissen wir Ersatz-Gleitfüße und Grip-Tape, die Razer bei der Viper V2 Pro mitliefert.
Das Erste, was beim Anfassen auffällt, ist das Wabendesign der Unterseite. SteelSeries setzt auf ein perforiertes Bodengehäuse, um das Gewicht zu reduzieren — die Oberseite ist hingegen geschlossen. Das AquaBarrier-Material sorgt trotz der Öffnungen für IP54-Schutz gegen Staub und Spritzwasser. In der Praxis bedeutet das: Ein versehentlich verschüttetes Getränk ist kein Todesurteil für die Maus.
Die Verarbeitungsqualität ist insgesamt gut, aber nicht herausragend. Das Gehäuse besteht aus leichtem Kunststoff, der sich stabil anfühlt, aber nicht ganz die Wertigkeit der Razer-Modelle erreicht. Die Maustasten verwenden mechanische Switches von TTC mit einem klaren, aber etwas weicheren Klickgefühl. Das Scrollrad hat einen angenehmen Widerstand und unterstützt links-rechts-Tilt — eine Funktion, die nur wenige Gaming-Mäuse bieten.
Mit 74 Gramm ist die Aerox 5 Wireless leichter als die meisten Multi-Tasten-Mäuse, aber spürbar schwerer als reine FPS-Mäuse wie die Viper V2 Pro (58 g) oder die Logitech Superlight 2 (60 g). Für eine Maus mit neun Tasten und RGB-Beleuchtung ist das Gewicht allerdings beeindruckend niedrig.
Das Alleinstellungsmerkmal der Aerox 5 Wireless sind ihre neun programmierbaren Tasten. Neben den Standard-Maustasten, dem Scrollrad-Klick und den zwei üblichen Seitentasten bietet sie einen nach oben gerichteten Seitenschalter mit drei Positionen (hoch, Mitte, runter) und eine Scrollrad-Tilt-Funktion (links und rechts).
Der Seitenschalter ist das innovativste Element: Er sitzt unterhalb des Scrollrads auf der linken Seite und kann mit dem Daumen bedient werden. Die drei Positionen ermöglichen schnellen Zugriff auf häufig genutzte Funktionen — etwa Fähigkeiten in MMOs oder Waffenwechsel in Shootern. In der Praxis braucht man etwas Eingewöhnung, bis man den Schalter blind sicher bedienen kann.
Die Konfiguration erfolgt über SteelSeries GG (ehemals Engine), eine der besten Software-Lösungen im Gaming-Peripherie-Bereich. Alle neun Tasten lassen sich frei belegen — mit Einzelbefehlen, Makros, Tastenkombinationen oder spielspezifischen Aktionen. Profile können automatisch nach Anwendung wechseln, und die Einstellungen werden im Onboard-Speicher der Maus gespeichert.
Die RGB-Beleuchtung zeigt sich durch das Wabendesign der Unterseite als dezentes Leuchten — ein netter visueller Effekt, der sich über SteelSeries GG in Farbe und Intensität anpassen oder komplett abschalten lässt. Im Vergleich zum aggressiven RGB der HyperX-Mäuse wirkt das zurückhaltender und eleganter.
Die Aerox 5 Wireless nutzt den TrueMove Air Sensor — SteelSeries' eigene Variante eines optischen Sensors mit bis zu 18.000 DPI, 400 IPS Tracking-Geschwindigkeit und 40 G Beschleunigung. Die Spezifikationen liegen damit unter denen des Razer Focus Pro 30K, sind aber für die allermeisten Spieler mehr als ausreichend.
In unseren Tracking-Tests zeigte sich der TrueMove Air als zuverlässiger, wenn auch nicht spektakulärer Sensor. Das Tracking ist sauber und ohne Jitter, die Lift-off-Distanz ist akzeptabel niedrig, und die DPI-Stufen lassen sich in 100er-Schritten anpassen. Für kompetitive Shooter auf höchstem Niveau gibt es bessere Sensoren, aber für 99 % der Spieler reicht der TrueMove Air vollkommen aus.
Die Polling-Rate beträgt 1.000 Hz über die Quantum-2.0-Verbindung — SteelSeries' proprietäre kabellose Technologie. Die Latenz ist niedrig und in unseren Tests nicht von der HyperSpeed-Technologie von Razer zu unterscheiden. Bluetooth 5.0 steht für den Alltagsbetrieb ebenfalls zur Verfügung.
Ein Manko ist die fehlende Unterstützung für Polling-Raten über 1.000 Hz. Während Razer und Logitech bereits 4.000 Hz und mehr bieten, bleibt SteelSeries bei der Standard-Rate. Für die Zielgruppe der Aerox 5 — Vielspieler, die verschiedene Genres abdecken — ist das aber kaum relevant.
SteelSeries gibt die Akkulaufzeit mit bis zu 180 Stunden an — ein exzellenter Wert für eine Maus mit RGB-Beleuchtung. In unserem Praxistest mit moderater RGB-Nutzung kamen wir auf rund 120 Stunden, was immer noch hervorragend ist. Mit deaktivierter Beleuchtung dürfte man sich den 180 Stunden deutlich annähern.
Das Laden erfolgt über USB-C und dauert etwa zwei Stunden für eine vollständige Ladung. Quick-Charging ist nicht explizit beworben, aber nach 15 Minuten Laden hat man genug Energie für mehrere Stunden Gaming. Während des Ladens funktioniert die Maus kabelgebunden weiter.
Der IP54-Schutz ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal. Die AquaBarrier-Technologie schützt die internen Komponenten vor Staub und Spritzwasser — trotz des perforierten Bodengehäuses. In unserem Test haben wir absichtlich etwas Wasser über die Maus gespritzt, und sie funktionierte anschließend einwandfrei weiter. Für alle, die gelegentlich am Schreibtisch essen oder trinken, ist das ein beruhigendes Feature.
In Valorant und Apex Legends schlägt sich die Aerox 5 Wireless ordentlich, aber nicht überragend. Das etwas höhere Gewicht von 74 Gramm ist in schnellen Flick-Shots spürbar, und der TrueMove-Air-Sensor reicht nicht ganz an die Präzision des Focus Pro 30K heran. Für ambitionierte FPS-Spieler gibt es bessere Optionen — die Viper V2 Pro oder Superlight 2 sind in diesem Bereich überlegen.
Hier spielt die Aerox 5 Wireless ihre Stärken voll aus. Die neun programmierbaren Tasten ermöglichen schnellen Zugriff auf Fähigkeiten, Items und Makros, ohne die Hand von der Maus nehmen zu müssen. In World of Warcraft, Final Fantasy XIV und League of Legends ist die zusätzliche Tastenbelegung ein echter Produktivitätsgewinn. Der Seitenschalter eignet sich perfekt für häufig genutzte Fähigkeiten, und die Tilt-Funktion des Scrollrads kann für Kameradrehung oder Zoom genutzt werden.
Im Büro-Einsatz überzeugt die Aerox 5 Wireless mit ihren Extra-Tasten, die sich mit Produktivitäts-Shortcuts belegen lassen — etwa Kopieren/Einfügen, Desktop-Wechsel oder Browser-Navigation. Die Bluetooth-Konnektivität, die lange Akkulaufzeit und der Tilt-Scroll machen sie zu einer überraschend guten Alltagsmaus.
Wer sein Setup mit gutem Audio abrunden möchte, findet in unserem Mikrofon-PC-Test die besten USB-Mikrofone für Streaming und Kommunikation. Auch unsere Kopfhörer-Tests und der USB vs. XLR Vergleich helfen bei der Wahl des richtigen Equipments.
| Sensor | SteelSeries TrueMove Air |
|---|---|
| Max. DPI | 18.000 |
| Polling-Rate | 1.000 Hz (Quantum 2.0) / 125 Hz (Bluetooth) |
| Tracking-Geschwindigkeit | 400 IPS |
| Beschleunigung | 40 G |
| Switches | TTC Mechanical (80 Mio. Klicks) |
| Gewicht | 74 g |
| Abmessungen | 128,8 × 68,2 × 42,1 mm |
| Akkulaufzeit | Bis zu 180 Stunden |
| Verbindung | Quantum 2.0 Wireless, Bluetooth 5.0, USB-C |
| Tasten | 9 programmierbar |
| Schutzklasse | IP54 (staub- und spritzwassergeschützt) |
| RGB | Ja (PrismSync) |
| Besonderheiten | 3-Wege-Seitenschalter, Tilt-Scrollrad, AquaBarrier, Onboard-Speicher |
Die SteelSeries Aerox 5 Wireless erhält von uns 8.3/10 Punkte und ist die klare Empfehlung für Vielspieler, die verschiedene Genres abdecken. Keine andere Maus in dieser Preisklasse bietet so viele programmierbare Tasten bei einem derart niedrigen Gewicht. Der IP54-Schutz und die hervorragende Software runden das Paket ab.
Wer primär Shooter spielt, greift besser zur Razer Viper V2 Pro oder Logitech Superlight 2. Wer eine günstigere Alternative mit weniger Tasten sucht, findet in der HyperX Pulsefire Haste 2 einen soliden Einsteiger. Und wer maximale Ergonomie bevorzugt, sollte die Razer DeathAdder V3 HyperSpeed in Betracht ziehen.