Das ultimative Gaming-Headset mit ANC, Dual-Akku-System und Hi-Res-Audio über 2,4 GHz und Bluetooth
Das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless ist das Flaggschiff-Gaming-Headset des dänischen Peripherie-Herstellers und richtet sich an Gamer, die bei Klang und Features keine Kompromisse eingehen wollen. Mit einem Preis von rund 350 Euro spielt es in einer Liga mit Premium-Kopfhörern wie dem Sony WH-1000XM5 — bietet dafür aber ein Gaming-optimiertes Gesamtpaket mit niedrig-latentem 2,4-GHz-Funk, aktivem Noise Cancelling und einem revolutionären Dual-Akku-System. Wir haben das Arctis Nova Pro Wireless über drei Wochen intensiv getestet.
Im Lieferumfang des Arctis Nova Pro Wireless steckt deutlich mehr als bei den meisten Gaming-Headsets. Neben dem Headset selbst erhält man die Base Station — eine externe DAC/Amp-Einheit mit OLED-Display, die als Schaltzentrale dient. Dazu kommen zwei austauschbare Akkus, ein USB-C-Kabel, ein 3,5-mm-Audiokabel und der drahtlose 2,4-GHz-Dongle.
Die Verarbeitung ist Premium durch und durch. Das Kopfband besteht aus Aluminium mit einem flexiblen Innenbügel, der sich automatisch an jede Kopfform anpasst. Die Ohrmuscheln sind aus mattem Kunststoff mit Metall-Akzenten gefertigt und wirken extrem hochwertig. Jedes Detail — von den magnetischen Ohrpolstern bis zu den präzisen Drehreglern an der Ohrmuschel — zeugt von durchdachtem Engineering.
Die Base Station ist ein Highlight für sich. Sie bietet einen USB-Eingang für den PC, einen optischen Eingang (Toslink) für Konsolen oder TV, einen Line-Out für externe Lautsprecher und das Lade-Dock für den zweiten Akku. Über das OLED-Display lassen sich EQ-Presets, ANC-Stufen, Bluetooth-Verbindungen und weitere Einstellungen direkt ohne Software vornehmen.
Im Vergleich zu anderen Gaming-Headsets in dieser Preisklasse — etwa dem Corsair Virtuoso RGB Wireless XT oder dem Astro A50 — wirkt das Arctis Nova Pro Wireless deutlich hochwertiger verarbeitet. SteelSeries hat hier ein Produkt geschaffen, das auch neben einem Beyerdynamic DT 770 PRO nicht billig wirkt.
Die Klangqualität des Arctis Nova Pro Wireless ist für ein Gaming-Headset außergewöhnlich. Die 40-mm-Planartreiber (Planar-Magnetisch) liefern einen Klang, der in Richtung audiophiler Kopfhörer geht — etwas Ungewöhnliches in der Gaming-Welt, wo die meisten Headsets auf dynamische Treiber setzen.
Der Bass ist tief, kontrolliert und unglaublich präzise. Explosionen und tieffrequente Effekte in Spielen kommen mit einem Punch, der spürbar ist, ohne dabei den Rest des Frequenzspektrums zu überlagern. Im Musikhören zeigt sich die gleiche Präzision — Basslines werden sauber durchgezeichnet, ohne zu dröhnen oder zu verschwimmen.
Die Mitten sind klar und detailliert. Stimmen — sowohl in Spielen als auch bei Musikwiedergabe — klingen natürlich und präsent. Dialog-lastige Spiele und Filme profitieren enorm von der sauberen Mittenwiedergabe. Im Vergleich zu vielen Gaming-Headsets, die die Mitten zugunsten von Bass und Höhen vernachlässigen, ist das ein deutlicher Qualitätssprung.
Die Höhen sind brillant und luftig, ohne dabei scharf oder ermüdend zu wirken. Feinste Details in Spielsoundtracks werden hörbar, die mit günstigeren Headsets untergehen würden. Die Planartreiber zeigen hier ihre Stärke — sie reagieren schneller als dynamische Treiber und liefern eine beeindruckende Auflösung.
Das Active Noise Cancelling (ANC) ist überraschend effektiv. Es erreicht zwar nicht ganz das Niveau des Sony WH-1000XM5, filtert aber Umgebungsgeräusche wie Lüfterrauschen, Verkehr und Gespräche zuverlässig heraus. Über die Base Station oder die SteelSeries GG-Software lässt sich die ANC-Stärke in mehreren Stufen anpassen. Ein Transparenzmodus lässt bei Bedarf Außengeräusche durch.
Das einziehbare ClearCast Gen 2 Mikrofon gehört zu den besten Headset-Mikrofonen auf dem Markt. Es verwendet eine bidirektionale Aufnahme, die Hintergrundgeräusche effektiv ausblendet und die Stimme klar und natürlich überträgt. Im Discord-Test konnten unsere Mitspieler keinen Unterschied zu einem günstigen Tischmikrofon feststellen.
Die AI-basierte Geräuschunterdrückung (Sonar-Software) geht noch einen Schritt weiter. Sie filtert Tastaturgeräusche, Mausklicks und Hintergrundgespräche in Echtzeit heraus — beeindruckend effektiv, selbst in lauten Umgebungen. Für Streaming und Podcasts reicht die Mikrofonqualität allerdings nicht an ein dediziertes USB-Mikrofon wie das Rode NT-USB+ heran.
Das Mikrofon lässt sich elegant in die linke Ohrmuschel einziehen, wenn es nicht benötigt wird. Beim Herausziehen wird es automatisch aktiviert, beim Einschieben stummgeschaltet. Eine LED an der Mikrofonspitze zeigt den Stummschaltungsstatus an. Im Vergleich zum fest angebrachten Mikrofon des HyperX Cloud III Wireless wirkt die Lösung von SteelSeries eleganter und praktischer.
Das Dual-Battery-System ist das genialste Feature des Arctis Nova Pro Wireless. Im Lieferumfang befinden sich zwei identische Akkus, die sich über das Lade-Dock der Base Station laden lassen. Während einer im Headset steckt, lädt der andere in der Station. Beim Wechsel muss man nur den Akku an der Unterseite der rechten Ohrmuschel austauschen — das dauert weniger als zehn Sekunden und unterbricht die Nutzung nicht.
Jeder Akku hält im Test zwischen 18 und 22 Stunden, abhängig von Lautstärke, ANC-Nutzung und Verbindungsart. Mit beiden Akkus zusammen kommt man auf über 40 Stunden — und da immer einer lädt, hat man praktisch unbegrenzte Laufzeit. Das löst das größte Problem kabelloser Headsets elegant und nachhaltig.
Im Vergleich: Der Sony WH-1000XM5 bietet zwar 30 Stunden Laufzeit, muss dann aber zum Laden an die Steckdose. Der HyperX Cloud III Wireless hält etwa 120 Stunden, hat dafür aber kein ANC. Das Dual-Battery-System des Arctis Nova Pro ist der intelligenteste Kompromiss, den wir kennen.
Beim kompetitiven Gaming in Valorant und CS2 zeigt das Arctis Nova Pro Wireless seine Stärken. Die niedrige Latenz der 2,4-GHz-Verbindung ist praktisch nicht wahrnehmbar — Schritte und Schüsse werden ohne merkliche Verzögerung wiedergegeben. Die räumliche Darstellung ist exzellent, unterstützt durch den integrierten Tempest 3D Audio-Algorithmus. Gegner lassen sich präzise orten.
In Singleplayer-Spielen wie Cyberpunk 2077 und Baldur's Gate 3 entfaltet das Headset sein volles Potenzial. Die Planartreiber liefern einen cinematischen Klang, der immersiv und detailreich ist. Das ANC blendet den Lüfter des Gaming-PCs vollständig aus — ein unterschätzter Komfort-Faktor bei langen Sessions.
Für Streaming bietet das Arctis Nova Pro Wireless ein solides Gesamtpaket. Das ClearCast-Mikrofon liefert eine für Streaming akzeptable Audioqualität, die AI-Geräuschunterdrückung filtert störende Nebengeräusche zuverlässig. Die SteelSeries Sonar-Software ermöglicht zudem ein virtuelles Mixing mit separaten Audiokanälen für Spiel, Chat und Medien — ähnlich wie GoXLR oder Elgato Wave Link.
Dank Bluetooth 5.0 kann das Arctis Nova Pro Wireless auch mobil genutzt werden. Die Verbindung über Bluetooth und 2,4 GHz kann gleichzeitig aktiv sein — so hörst du Musik vom Smartphone, während du am PC spielst. Für den mobilen Einsatz ist das Headset allerdings etwas klobig und auffällig. Wer einen reinen Alltags-Kopfhörer sucht, ist mit dem Sony WH-1000XM5 besser bedient.
| Bauform | Geschlossen, ohrumschließend (Over-Ear) |
|---|---|
| Treiber | 40 mm Planartreiber (Planar-Magnetisch) |
| Frequenzgang | 10 Hz – 40 kHz |
| Impedanz | 36 Ohm |
| Verbindung | 2,4 GHz Wireless + Bluetooth 5.0 + 3,5 mm Klinke |
| ANC | Aktive Geräuschunterdrückung mit 4 Mikrofonen |
| Mikrofon | ClearCast Gen 2, bidirektional, einziehbar |
| Akku | Dual-Battery-System, je 18–22 h Laufzeit |
| Gewicht | 338 g (ohne Kabel) |
| Base Station | USB-C, Toslink, Line-Out, OLED-Display, Akku-Dock |
| Software | SteelSeries GG mit Sonar Audio |
| Besonderheiten | Dual-Akku, Planartreiber, ANC, simultane BT + 2,4 GHz |
Das SteelSeries Arctis Nova Pro Wireless erhält unsere Premium-Empfehlung mit einer Gesamtwertung von 9.3/10. Es ist das beste Gaming-Headset, das wir je getestet haben — punkt. Die Planartreiber liefern einen audiophilen Klang, das Dual-Battery-System löst das Akku-Problem elegant und das ANC macht auch in lauten Umgebungen Spaß.
Der hohe Preis von rund 350 Euro ist der einzige echte Kritikpunkt. Wer bereit ist, diese Investition zu tätigen, bekommt ein Headset, das kaum Wünsche offen lässt. Für preisbewusste Gamer empfehlen wir den HyperX Cloud III Wireless, für reine Audiophile ohne Gaming-Fokus den Beyerdynamic DT 770 PRO.